Liebe Dich selbst!

 

„Eigenliebe ist der Beginn einer lebenslangen Romanze“ (Oscar Wilde)

 

Ich beginne einfach mal mit einer kurzen Geschichte aus dem Buddhismus:

 

Über das Glück ...: Ein Geschäftsmann kam zum Meister und wollte von ihm wissen, was das Geheimnis eines erfolgreichen Lebens sei. Der Meister sagte: „Mach jeden Tag einen Menschen glücklich!“ Und er fügte nach einer Weile hinzu: „... selbst wenn dieser Mensch du selbst bist.“ Und noch ein wenig später sagte er: „Vor allem, wenn dieser Mensch du selbst bist.“

 

Was möchte ich mit dieser Geschichte zum Ausdruck bringen? Ganz einfach: Selbstliebe! Klingt ein wenig egoistisch, oder? Nein, überhaupt nicht! Ganz im Gegenteil sogar!  Selbstliebe hängt nämlich sehr stark mit dem Thema Beziehungen zusammen. Richard Moss erklärt: „Die Distanz zwischen Ihnen und einem anderen Menschen ist genauso groß wie diejenige zwischen Ihnen selbst und Ihnen selbst.“ Denn erst dann, wenn Du Dich selbst liebst, kann Du auch andere lieben und Liebe von anderen besser annehmen! Wir selbst sind im Grunde die große Liebe, die wir unser Leben lang gesucht haben. Doch warum ist Liebe überhaupt wichtig? Auch hierzu eine schöne Geschichte:

 

Die Insel der Gefühle: Vor langer Zeit existierte einmal eine wunderschöne, kleine Insel. Auf dieser Insel waren sämtliche Gefühle der Menschen zu Hause: Der Humor und die gute Laune, die Traurigkeit und die Einsamkeit, das Glück und das Wissen und all die vielen anderen Gefühle. Natürlich lebte auch die Liebe auf der Insel. Eines Tages wurde den Gefühlen jedoch überraschend mitgeteilt, dass die Insel sinken würde. Also machten alle ihre Schiffe seeklar, um die Insel zu verlassen. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Moment warten, denn sie hing sehr an ihrer Insel. Bevor die Insel sank, bat die Liebe die anderen um Hilfe. Als der Reichtum auf einem sehr luxuriösen Schiff die Insel verließ, fragte ihn die Liebe: „Reichtum, kannst du mich mitnehmen?“ „Nein, ich kann nicht. Auf meinem Schiff habe ich sehr viel Gold, Silber und Edelsteine. Da ist kein Platz mehr für dich.“ Also fragte die Liebe den Stolz, der auf einem wunderbaren Schiff vorbeikam. „Stolz, bitte, kannst du mich mitnehmen?“ „Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen“, antwortete der Stolz, „hier ist alles perfekt und du könntest mein schönes Schiff beschädigen.“ Als nächstes fragte die Liebe die Traurigkeit: „Traurigkeit, bitte nimm du mich mit.“ „Oh Liebe“, sagte die Traurigkeit, „ich bin so traurig, dass ich allein bleiben muss.“ Als die gute Laune losfuhr, war sie so zufrieden und ausgelassen, dass sie nicht einmal hörte, dass die Liebe sie rief. Plötzlich aber rief eine Stimme: „Komm Liebe, ich nehme dich mit.“ Die Liebe war so dankbar und so glücklich, dass sie ganz und gar vergaß, ihren Retter nach seinem Namen zu fragen. Später fragte die Liebe das Wissen: „Wissen, kannst du mir vielleicht sagen, wer es war, der mir geholfen hat?“ „Ja sicher“, antwortete das Wissen, „das war die Zeit.“ „Die Zeit?“ fragte die Liebe erstaunt, „Warum hat mir die Zeit denn geholfen?“ Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“

 

Nun aber noch einmal zurück zu unserem eigentlichen Thema, Selbstliebe. Buddha sagte: „Jedes Wesen liebt sich selbst am meisten. Wenn man sich selbst am meisten liebt, muss man sich im Klaren sein, dass auch andere sich selbst am meisten lieben. Die beste Art, sich selbst zu lieben, ist, sich selbst nicht auszunutzen. Wenn man Gier, Hass und Enttäuschung kultiviert, nutzt man sich selbst am meisten aus.“

 

Sich selbst zu lieben ist der erste Schritt zur Freiheit. Buddha fügt an: „Der nächste Schritt wäre, sich anderen nicht überlegen zu fühlen“. Dies ist auch nach Steven Gilligan ein Schritt zur Freiheit. Denn wenn man übt, sich anderen nicht überlegen zu fühlen, dann muss man auch üben, sich anderen nicht unterlegen zu fühlen. Und letztlich lernt man, sich anderen nicht gleich zu fühlen. 

 

Wie können wir es aber nun hinbekommen, uns selbst zu lieben? Hierzu möchte ich Dir vier Fragestellungen an die Hand geben, über die Du einmal nachdenken könntest: 1. Mache Dir bewusst, wie Du mit Dir selbst umgehst. Kritisierst Du Dich vielleicht selbst für Kleinigkeiten, während Du bei anderen sehr viel versöhnlicher bist? Und dass, obwohl auch sie bei weitem nicht perfekt sind? 2. Was erzähle ich anderen Menschen über mich nicht? Könnte es sein, dass diese Dinge darauf hinweisen, was ich an mir ablehne? 3. Wer oder was tut Dir gut? Gönne Dir doch einfach mehr davon! 4. In Anlehnung an den Motivationstrainer Christian Bischoff: Was würde ich tun, wenn ich mich selbst lieben würde? Oder vielleicht etwas einfacher: Was würde ein Mensch tun, der sich selbst liebt?

 

Die Beschäftigung mit diesen Fragestellungen lohnt sich! Warum? Ein Zitat unbekannter Herkunft gibt die Antwort: „Plötzlich ist da jemand in deinem Leben, für den sich das Aufstehen lohnt und du begrüßt ihn im Spiegel.“

 

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